Das Tauchen habe ich bei der Wasserrettung gelernt. Schon in der Ausbildung war Suchen und Bergen ein großes Thema. Es hat mich auch nicht mehr losgelassen. Bereits in der Anfangszeit des Tauchens habe ich gerne Wracks betaucht. Vor allem untergegangene Boote und Gegenstände aus früherer Zeit in unseren kalten und dunklen Seen (die die Gegenstände hervorragend konservieren) haben mich fasziniert. Endlose Tauchgänge (damals ohne Scooter, Digicam, nur Schwimmen, Schwimmen, Schwimmen) über Schlamm, meist Solo, ohne jegliches Highlight, aber dann die Freude bei einem Fund.
Die Ausbildungsaktivitäten in Tauchschule und Wasserrettung haben in den Folgejahren diese Tätigkeit fast verdrängt. Nachdem sich die Ausbildungszeit jetzt langsam dem Ende nähert, kehre ich wieder zurück zur alten Begeisterung. Ziel ist es, die untergegangenen Schiffe/Boote/Kähne in unseren Seen zu dokumentieren.
Ich denke, es gibt noch viel zu tun, dies kann Taucher noch viele Jahre beschäftigen.
Übrigens: Für Hinweise auf untergegangen Schiffe bin ich immer dankbar.
Wracktauchen in Süßwasserseen ist oft nicht spektakulär in Bezug auf den Fund, die Wracks oft nur kleine Kähne. Aber die Tätigkeit stellt hohe Anforderungen an den Taucher und seine Ausbildung.
Tauchen in dieser Form ist risikoreich. Dunkles trübes Wasser, weite Schwimmstrecken, oftmals über tiefe schlammige Passagen, schlechte Sicht, umfangreiche Ausrüstung, teils große Tiefen mit Dekompressionsanforderungen, Gefahr der Angelschnüre und Netze am Objekt, Kälte, Schlamm, Orientierungsanforderungen etc. Dies ist eine ausdrückliche Warnung vor Nachahmung. Du solltest taucherisch ein sehr hohes Niveau besitzen und wissen, dass du das Risiko immer selbst trägst und dir meist keiner helfen kann. Umfangreiche Ausrüstung mit kompletter Redundanz aller Ausrüstungsgegenstände ist selbstverständlich.
Die nötige Ausbildung solltest du dir in speziellen Kursen aneignen, eine entsprechende Erfahrung in fortwährenden steigernden Übungstauchgängen erreichen. Absolute Sicherheit in Selbstrettungstechniken, ohne Luft Situationen, Umgang mit dem Kompass, Freiwasseraufstiege mit Dekompression, Tauchgangsplanung etc. sind ein Muss.
Die Suche nach untergegangene Gegenstände oder Booten ist keine Beutetaucherei. Es gibt wichtige wissenschaftliche Interessen, die unbedingt berücksichtigt werden müssen. Die Untersuchung der Vergangenheit wird behindert oder unmöglich gemacht, wenn die Funde unsachgemäß geborgen oder zerstört werden. Darum bleiben alle Fundstellen unangetastet und werden nur fotographisch dokumentiert. Historisch interessante Funde werden unverzüglich an die entsprechenden Behörden gemeldet.
Darum lasst auch das idiotische - ich bring mal einen Zettel an, ritze meinen Namen ein, oder ich lass meinen Müll aus meinem Kinderzimmer im See. Der alte Grundsatz
Leave only bubbles - take only pictures
sollte uns heilig sein. Dies gilt übrigens auch für die Narren, die unsere schönen Tauchplätze wie die Seeburg langsam in Müllhalden verwandeln.